Alle im Bereich ‘Social Media’ Tätigen sind sich einig: Die Sozialen Medien bieten Unternehmen diverse Möglichkeiten interaktiv und aktuell mit ihren Kunden zu kommunizieren. Es wird immer wieder auf (einzelne) Beispiele der erfolgreichen Einbindung von Social Media in den Marketing-Mix hingewiesen. Nur: Die Unternehmen, für die ‘Social Media zur Grundversorgung’ gehören soll, halten sich auffallend zurück. Wo liegen die Ursachen für diese Zurückhaltung in diesem Bereich, obwohl die große Mehrzahl der Unternehmen andere Online-Medien aktiv nutzen?
Gestern fand ich unter meinen Tweets folgende Meldungen:
Twitter schwächelt 81% aller Twitter Enthusiasten folgen weniger als 100 Personen/Accounts…
Und:
Es wird mehr getwittert, ein durchschnittlicher Twitter-Account hat schon 300 Follower.
Einmal abgesehen davon, dass die Frage, was ein ‘durchschnittlicher Twitter-Account’ ist, wohl unbeantwortet bleiben muss, handelt es sich um die durchschnittliche Anzahl Follower bezogen auf alle Twitter-Acounts. Dazu zählen dann die Accounts von Richard MacManus (rww), dem 1.046.745 Twitterer folgen ebenso wie der Account von E WIE EINFACH mit 8 Followern. Die beiden Accounts haben damit durchschnittlich 523.357 (,5) Follower.
Die Zitate und das Beispiel zeigen, wie wenig belastbar und vor allem aussagefähig solche Zahlen zur Twitter-Nutzung sind. Das wird vermutlich für alle Zahlen, die Soziale Medien betreffen, Gültigkeit haben. Mirko Lange (talkabout) stellt in einem Post in seinem Blog in Bezug auf die Skepsis der Unternehmen gegenüber den Sozialen Medien zu Recht fest:
Sind Unternehmsführer Internet-resistent? Nein, ich glaube nicht. Nicht per se. Sie tun das, was wirtschaftlich sinnvoll ist. Und die (wirtschaftliche) Sinnfülle von Social Media ist eben nicht belegt.
Das Engagement eines Unternehmens im Bereich ‘Social Media’ beansprucht Zeit und damit Geld. Jeder aktive Twitterer, der seiner ‘Timeline’ aufmerksam folgt, weiß das. Unternehmen. die Social Media als wirksamen Kommunikationskanal nutzen wollen, müssen der Kommunikation im Netz aufmerksam folgen. Ansonsten ist das Scheitern programmiert. Schlecht betreutes Social Media Marketing kann auch nach hinten losgehen.
Soll man den Unternehmen nun vom Engagement in Bereich ‘Social Media’ abraten? Eine allgemein gültige Antwort ist nicht möglich, da einige Randbedingungen zu beachten sind. ‘Ist meine Zielgruppe überhaupt in den Sozialen Medien aktiv?’ Das ist die erste Frage, die sich jedes Unternehmen stellen muss. Allein die Beantwortung dieser Frage ist mit erheblichem Rechercheaufwand verbunden, den nicht jedes Unternehmen leisten kann.
Die zweite Frage ist: ‘Haben ich Inhalte, die für meine Zielgruppe interessant und relevant sind?’. Social-Media-Plattformen sind Kommunikationskanäle, nicht mehr. Wer nichts Relevantes mitzuteilen hat, soll es bleiben lassen. Platte Reklame schadet nur.
Weiterhin sollte sich jedes Unternehmen die Frage stellen, ob die in Sozialen Medien gepflegte offene Kommunikationskultur der internen Unternehmenskultur entspricht. Ist das nicht der Fall, kann man nur raten: Lassen Sie es!
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Herbert Peck, KMU am Eck erwähnt. KMU am Eck sagte: Die Zurückhaltung der Unternehmen bei Social Media – http://tinyurl.com/yj7j6cu [...]