Was hat es mit dem Cloud-Computing-Hype auf sich?

Im Februar diesen Jahres hatte ich hier an dieser Stelle einen Beitrag veröffentlicht, der sich mit dem Phänomen ‘Cloud Computing’ befasste. Eine brauchbare Definition des Begriffs ‘Cloud Computing’ findet man bei Wikipedia. Dort heißt es:

Cloud Computing (deutsch etwa Rechnen in der Wolke) ist primär der Ansatz, abstrahierte IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher-, fertige Software- und Programmierumgebungen als Service) dynamisch an den Bedarf angepasst über ein Netzwerk zur Verfügung zu stellen.

Und jährlich grüßt das Murmeltier

Seit Jahren bewerben Firmen wie Microsoft, Cisco, HP und die großen Webhoster aber auch Google und Amazon das sogenannte Cloud Computing als sicher, leistungsstark und kostengünstig. Die Anbieter versprechen den Unternehmen, immer nur die Infrastruktur und Leistung bezahlen zu müssen, die gerade wirklich gebraucht wird. Wie so häufig stehen Microsoft (mit Azur) und vor allem Google in vorderster Front. Seit Googles Eric Schmidt vor nun fast fünf Jahren mit einigen geschickt platzierten Erwähnungen in Interviews das Schlagwort Cloud Computing auf den Markt warf, gehört es zu seinen Dauerthemen. Seitdem liest man mit schöner Regelmäßigkeit die unterschiedlichsten Statements wie Cloud Computing: “Kein Strohfeuer”.Cloud Computing ist in der Realität angekommen.Cloud Computing in Deutschland ist noch nicht angekommen.HP-Umfrage ergab: Cloud Computing noch unbekannt. Ja, was denn nun?

Die Unternehmen sind eher zurückhaltend

Die vorherrschende Einschätzung der Unternehmen scheint zu sein: ‘Kein Cloud-Abenteuer’, wie es Andreas Schaffry in CIO schreibt. Dort heißt es unter anderem:

Statt sich Hals über Kopf in ein Cloud-Abenteuer zu stürzen, müssen Unternehmen zunächst eine Analyse über den zu erwartenden geschäftlichen Nutzen durchführen. Das erfordert eine klare Sicht auf die eigenen technologischen Möglichkeiten im Hinblick auf die Integration von und die Interoperabilität mit bestehenden Cloud-Computing-Angeboten.

Diverse Studien belegen mehr oder weniger stringent, dass Anwendungen aus oder in der Cloud noch immer von nur wenigen Unternehmen genutzt werden. Das liegt zum Einen daran, dass einheitliche Standards fehlen. Jeder Anbieter setzt auf mehr oder weniger proprietäre Lösungen, so dass ein Anbieterwechsel faktisch unmöglich ist. Telekom-Chef René Obermann hat deshalb einheitliche offene Standards für das Cloud Computing gefordert.

Andererseits mangelt es derzeit an der technischen Sicherheit. Die Abhängigkeit von externen IT-Systemen, kann bei deren Ausfall durch technische Störungen, Malware oder Hackerangriffe nicht nur die Kommunikation, sondern auch ganze Geschäfts- oder Produktionsprozesse lahm legen. Dazu kommen Aspekte wie der Datenschutz, der global völlig uneinheitlich geregelt ist.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Akzeptanz der Cloud bei den potenziellen Anwendern entwickelt. Oder um es mit Steve Ballmer zu sagen: “Die Cloud ist unausweichlich. Die Frage ist nur noch, wie schnell das passieren wird.”

Auch veröffentlicht auf WebZwoNull.ishp.de

5 responses to “Was hat es mit dem Cloud-Computing-Hype auf sich?”

  1. Die Auslagerung von Sensiblen Informationen verbirgt große Risiken. The Cloud ist eine interessante Alternative die allerdings mit Vorsicht zu genießen ist. Zurzeit ist es immer noch möglich einen wichtigen Bereich abzuschotten indem man eine physikalische Barriere schafft (z.B. durch Abkopplung vom Internet). Im Cloud System ist eine solche Schutzmaßnahme eigentlich unsinnig da der Anwender die Hoheitsrechte dem Provider übergibt und dieser die Rechtschutzgesetze des Landes wo der Firmensitz sich befindet zu befolgen hat. Als Unternehmer würde ich es nicht wagen Projekte bzw. Innovationen der Nebula anzuvertrauen.

  2. Motto: Nicht alles was glänzt ist auch Gold.
    … noch so ein Ding was wir nolens volens akzeptieren sollen… ohne die Wahren Absichten zu hinterfragen. Genau wie mit den Produkte der Finanzmarkt. Wenn es danach hart auf hart kommt zahlen die Dummen und die “Schlauen” haben sich bereits eine goldene Nase verdient.

  3. @ Herbert Peck
    … “merkte man dann, wen Facebook von heute auf morgen dichtmachte” … wäre keinen großen Verlust da ich nichts von diesen Dienste halte wenn es ums Geschäft geht.

    … “Ich denke, die Vorgänge um Wikileaks haben gezeigt, dass man als Unternehmen ganz schnell im Regen stehen kann.” Spionage gibt’s seitdem Menschen gedenken können (s. Mata Hari, Renault – China usw.). Dateien gutgläubig auszulagern ist, meiner Ansicht nach, grob fahrlässig (s. den SWIFT-Vetrag).

    “Im übrigen bewegen wir uns alle schon lange dort.” …stimme ich Ihnen ganz zu. Es wäre an der Zeit eine öffentliche Risikoanalyse zu führen um Gefährdungspotentiale zu identifizieren und Präventionsmaßnahmen einzuleiten. Das handeln im Nachhinein ist wie, wenn Sie es mir gestatten, die “Verhütung” danach (medizinisch machbar aber … moralisch und ethisch diskutabel).

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